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Wir rauchen eine RG Petit Corona. Ich bringe ihm einen Partagas Serie D No. 4 „Travel Pack" aus dem Humidor von Diego, dem Laden im Dorf meiner Eltern. Dort habe ich noch zwei dieser Packs gefunden, einen für Heiner, einen für mich. Sorry, Stocki !
Tom „Bolivar" hatte mich auf die Idee gebracht - Danke. Dann fahren wir hoch in die Sierra, vorbei an Altea, wo mittlerweile soviele Russische Billio- Millio- und ganz einfache Reicho-näre leben, dass dort gerade eine Russische Basilika mit goldenen Zwiebeltürmen fertiggestellt wird. Allerdings geht es leider nicht bis in den letzten Bergwinkel, wo Heiner sonst gern fährt - es wäre zu weit und anstrengend für meine Eltern gewesen. Nach einer halben Stunde halten wir an einem anderen Restaurant an, die kurvenreiche Strecke war schon aufregend genug.
Es ist zwar noch früh aber alle Tische sind mit länger dort lebenden Touristen besetzt, die auch einen Ausflug machen.
Die Kellnerinnen könnte man fast mit Spanierinnen verwechseln, haben aber die zähe Freundlichkeit von Aeroflot Stewardessen aus der Stalin Ära. Und tatsächlich, der harte, gutturale Akzent verrät sie als Svetlana und Galina aus Nowosibirsk. Die ärmere Verwandschaft der Altea Millionäre. Aus Moldawien, Ukraine, Weissrussland oder „Mütterchen Rossija" Später, gegen Nachtisch und vor Trinkgeld, tauen sie etwas auf. Dazu gesellen sich noch zwei Kolumbianische Wander-Musikanten - und spielen Guantanamera am Nebentisch. Als sie auch uns bedrohen, lehnen wir die Berieselung ab. Sie bieten uns dann nur ihre CD's an. Welch irreale, überdosierte Melange. Die erste Überdosis bekam ich allerdings aus anderen Gründen am Vortag, als ich auf Inge und meine Mutter wartete die ich nach San Pedro zum Wochenmarkt gefahren hatte.
Cafe con Leche am Hauptplatz, eine Zigarre, die Tageszeitung - nur konnte ich nicht glauben in Spanien zu sein. Rundherum nur Engländer, Norweger, Deutsche, Chinesen, Senegalesen, Ekuatorianer, Nordafrikanische Frauen mit Kopftuch, ein Mischmasch wie im Transitbereich des Flughafens Dubai, der immer grössere Ausmasse nimmt. Überall, selbst in den kleinsten Orten.
Aber zurück zum Thema : Das Kaninchen ist wirklich sehr gut, bäuerlich zubereitet, etwas scharf, zum Finger lecken lecker.
Die Sardinen als Vorspeise ebenfalls und der Hauswein ist wirklich vom Haus. Toll.
Der Chef kommt vorbei, Bauernschläue in Person und grüsst. Er und seine Tochter haben eine gute Nische gefunden.
Aber die Welt ist in Ordnung, wir rauchen erst eine Partagas und danach eine Siglo VI zum Berghopser - es lebe die Internationaliserung, ach was, die Globalisierung oder von mir aus auch die Astrolisierung !
Um den Tag abzurunden fahren wir nach Calpe an den Fischerhafen und besuchen die Fischhalle.
Hier wird der Fisch versteigert, allerdings nicht mehr „gesungen" sondern voll elektronisch mit allen Informationen auf der Anzeigetafel. Die Käufer haben eine Art Fernbedienung mit der sie den Kauf signalisieren. Interessant.
Draussen trinken wir noch einen Kaffee - die Auslagen der Fischrestaurants werden gerade für den allabendlichen Ansturm vorbereitet. Heiner graust es ebenfalls vor all den Touristengruppen die sich hier ihr Spanienbild holen. Er kennt die Ecke seit über 40 Jahren und ist - wie ich - mit einem anderen Spanienbild gross geworden. Wir verabreden uns für nächsten März, wieder zum Essen, allerdings bin ich diesmal dran : Heiner und Veronika wollen wieder bei meinen Eltern im Ort Fisch an der Fischhalle essen. Das hat ihnen letztes mal so gut geschmeckt. Heiner und ich sind nächsten März wieder zur gleichen Zeit unten. Ein schöner und interessanter Tag geht mit einem imposanten Sonnenuntergang zu Ende.
Danke Heiner !!
Die Tage sind wie immer : am Strand laufen, Tageszeitung und Cafe con Leche mit Zigarre am Wasser, spätes Mittagessen, Ausflüge nach Cartagena - wirklich immer attraktiver, die Hafenstadt - nach Cabo de Palos - auch sehr schön und urig -, zum Hyatt La Manga Resort, so lebt die andere Hälfte oder wir verkleiden uns als Touristen und besuchen eine Urbanizacion.
Zum Teil sehr schön designed und gebaut, die US Zukunft kommt nach Europa : Gated Communities die von der Umwelt komplett abgeschottet sind. Sicherheit hat ihren Preis. Teure Karnickelställe. Aber exzellente interaktive Multimediale & Multilinguale Präsentation, 360-Grad Videos, Verkaufsmappe, Golfclub, nur vom Feinsten. Zum Teil winkt uns eine mürrische Olga aus Krasnojarsk im schlechtem Spanisch bereits im Verkaufcontainer ab. Anscheinend ist die Waschtrommel bereits voller Geld und man braucht keins mehr. Wir stören. Draussen sehen wir einige Werbetafel mit Angeboten für weitere Karnickelställe-Urbanizaciones .............. in Brasilien !! Ab 76.000 € !! In „Lagoa do Coelho" ................ Inge und ich müssen loslachen, es bedeutet : „Lagune der Karnickel". Passt !
Es sind gewaltige Gegensätze.
Die verarbeiten wir dann Abends bei einem Cuba Libre und einer Zigarre in der „Casa del Reloj".
Bei Diego decke ich mich mit Zigarren für den langen Winter ein, die RG Panatela ist mittlerweile meine bevorzugte Kaffee Begleiterin für den Tag. Und die lohnt sich in Spanien.
In der Zeitung lese ich dass nur 60 % der in Spanien verkauften Rauchwaren auch in Spanien konsumiert werden, 40% sind Einkäufe von Ausländern aufgrund der billigen Preise.
Mit Rafael Bernardo telefoniere ich - leider kommen wir nicht dazu in Madrid eine Pause einzulegen um zusammen in „Casa Perico" zu essen. Er gibt mir einige interessante Infos.
In Madrid findet diesen Monat ein Gala Dinner des Club Pasion Habanos zu Ehren von Cohibas 40 Jubiläum. Dabei wird unter den 100 Gästen die Kaufoption für einen Behike Humidor verlost. Nicht schlecht.
Er möchte gerne nach Hamburg zur Eröffnung der neuen Casa in der Hansestadt.
Und meine „Zigarrenfreundliche" Madrid Verwandschaft erfreut mich mit der Nachricht dass Belen, die Frau meines Cousins Jose Luis eine Tochter bekommen hat. Mit meinem Onkel Leoncio habe ich früher oft die guten, alten spanischen Farias Zigarren geraucht. Ich freue mich riesig darüber - auch der Name der Kleinen erinnert mich an Zigarren, Candela - ein alter Kubanischer Name für Deckblätter ............. Und so endet der Besuch wieder mit einer langen Fahrt durch Castilla-La Mancha, immer noch 29 Grad heiss. Genau 4 Stunden bis Madrid.
Ein schöner Rückflug über der Atlantikküste, vorbei an Biarritz, Arcachon, sehr schön zu sehen auch Bordeaux. Wir drehen über Frankfurt ab, vorbei am Waldstadion und sind wieder daheim.
Noch lecker Maultaschen „Stuttgarter Art" in Weinsberg-Weibertreu, den Robaina Event bei Portmann Cigars reserviert und dann beginnt auch schon der Fliegeralltag. Singapore und New York warten diesen Monat.
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