„Erbrecht für Aficionados - oder wie
vererbe ich eine Zigarrenkiste?“
Wieder einmal hat das Mainzer Hyatt-Hotel zu einem Smoke
& Dine geladen.
Um es gleich vorweg zu nehmen : es war wieder mal eine
dieser Veranstaltungen, die den legendären Ruf dieser Abende begründet hat!
Es trafen sich ab 19 Uhr an diesem schönen April-Abend in
der angenehmen Atmosphäre der Malakoff-Bar 12 Aficonadas und Aficionados.
Bei einem herrlich erfrischenden Hennessy-Highball als
Aperitif - begleitet von einer schönen AVO Puritos aus der etwas stärkeren
Domaine-Serie – stellten die
Anwesenden fest, dass die
recht geringe Teilnehmerzahl von 12 Personen nicht von Nachteil ist.
Ganz im Gegenteil!
Es fördern manchmal gerade diese kleineren Veranstaltungen
die fast schon familiär zu bezeichnende Atmosphäre die unter den einzelnen
Leuten herrscht.
An dieser Stelle mal wieder ein schon oft ausgesprochenes
Lob an das Hyatt und an die für diese Abende Verantwortlichen. Egal wie groß
oder wie klein der Zuspruch ist - es wird immer für einen wunderbaren Rahmen
gesorgt. Man merkt diese perfekte Mischung an Professionalität eines in
Veranstaltungen geübten Hotels der Spitzenklasse und dem Herzblut, dass sich im
Engagement der Ausführenden zeigt.
Eine schwächelnde Phase der Küche vor einiger Zeit - die
öfters teilnehmenden Gäste bezeichnen diese Phase gerne als die „frittierte
Schnittlauch-Phase“ – ist zum Glück Aller überwunden! ;-)
Zur Vorspeise - ein geräuchertes Lachsmittelstück,
fruchtigherb angerichtet - wurde ein vorzüglicher Grauer Burgunder vom Weingut
Hedesheimer Hof aus Rheinhessen gereicht.
Begleitet wurden beide von einer Romeo y Julieta
Exhibicion No.4 aus dem 50er Cabinet.
Diese Zigarre war ca. 2 Jahre alt und war mit ihrem nicht
zu starken aromatischen Geschmack ein sehr guter passender Smoke.
Rechtsanwalt Herr Lehrmann - unter uns RHR´s als Franz
bekannt - hielt einen sehr informativen Vortrag zwischen den einzelnen Gängen
zum Thema:
Trotz der anfänglich eher augenzwinkernd angeführten
semantischen Auseinandersetzung zu den Unterschieden einer „Zigarrenkiste“
und einer „Kiste Zigarren“ war es ein sehr interessanter Vortrag mit ernstem
Hintergrund, der auch die Anwesenden zu vielen Zwischenfragen provozierte.
Franz zeigte sich mal wieder als Meister seines Faches und
stand souverän Rede und Antwort.
Zwischen den beiden Vortragsteilen wurde der Hauptgang
gereicht - ein perfekt gegartes Kalbsrückensteak mit Pilzkruste.
Den Genuss vollständig machte ein schöner Rotwein aus Österreich.
Ein 99er Arachon T.FX.T ein Cuvee dreier Spitzenwinzer aus dem Burgenland. ( Tibor
Szemes, F.X.Pichler und Manfred Tement )
Die dazu gereichte „Celebracion“ im Toro-Format
– eine Puro (!) von Joya de Nicaragua hatte es etwas schwer gegen
diesen Wein und gegen die vorangegangene Zigarre - ein angenehmer Rauchgenuss -
dem aber das gewisse Etwas zum Schluss fehlte. Allerdings für einen Preis von
4,20 Euro interessant.
Nach dem zweiten Teil von Franz´ Vortrag ging es zum
Dessert über - eine traumhaft leichte und dabei extrem geschmacksintensive
Valrhona - Schokoladen - Tarte!
Dieser Gang entwickelte sich an diesem Abend zum „
Perfect-Match “ : wurde er doch begleitet von zwei excellenten Cognacs aus dem
Hause Hennessy.
Einem „Davidoff Classic“ und einem Hennessy XO.
Die dazu zeitgleich angezündete Abschlusszigarre - eine
Bolivar Coronas Gigantes, auch aus dem 50er Cabinet und auch ca. 2 Jahre alt -
vervollständigte die epikureische Trilogie.
Die Zigarre entwickelte Anfangs eine wunderschöne Süsse
um dann im Rauchverlauf ihre erdige Stärke zu offenbaren - ohne jemals scharf
oder übertrieben daher zu kommen.
Für die Qualität aller Zigarren hatte in bewährter Art -
leider in absentia - Walter Born gesorgt.
Perfekt gelagert kamen die Zigarren direkt aus Bensheim,
aus der „Rauchkultur-Seiler“.
Solchermaßen „gestärkt“ entwickelte sich noch ein schöner
Abend mit anregenden Gesprächen und dem guten Gefühl eine anwesende bekennende
Zigarren-Novizin- Frau Weiland- auf den rechten Geschmack gebracht zu haben.
Der Abend klang gemäß einer rheinhessischen
Winzerweisheit „das beste an einer Weinprobe ist das Bier danach“ mit einem
herrlich frischgezapften Radeberger aus.
Um diesen Abend mit den Worten von Franz zu umschreiben:
„Das einzige was ich auszusetzen habe, ist, dass ich
nichts auszusetzen habe!“
Bericht von Andreas
„Rheinhessenraucher“.
Alle Fotos : Andreas
„Rheinhessenraucher“.
April 2005
Copyright
© Nino's Flying Cigar 04-2005
|