Manhattan Go Around
Oktober 2006
Wo bekommt man schon das Doppelte für den einfachen Preis ?
Die Passagiere - und wir, sollten vor der Landung in Newark zweimal den atemberaubenden Blick auf Manhattan bekommen. Inklusive den Nervenkitzel einer Achterbahnfahrt.
Newark's Flughafen (EWR) liegt genau gegenüber der Südspitze von Manhattan, nur getrennt vom Hudson River und der Freiheitsstatue.
Es ist ein herrlicher, sonniger Herbsttag, die Sicht auf Manhattan ist gewaltig.
Allerdings ist es sehr windig und Turbulenzen sind ab Boston und im Anflug vorhergesagt.
Am Vortag hat der Sturm sogar für Blackouts gesorgt - keine Stromversorgung für viele.
Es bleibt allerdings relativ ruhig, wir schweben ein, aber die Windböen sind doch zu stark.
Kurz vor dem Aufsetzen ist der Seitenwind mit Böen zwischen 35 und 50 Knoten zu stark um eine sichere Landung zu gewährleisten.
Also leitet die Cockpit Crew ein Standard Durchstartmanöver, einen sogenannten Go Around, ein.
Aus nur noch 60 Metern Höhe ziehen 80.000 PS die mächtige B-747-400 wieder steil in die Luft.
Es werden die vorgeschriebenen Manöver geflogen, die aufgrund des dichten Flugverkehrs relativ eng und kurvenreich sind.
Jetzt gibt es die Sicht auf Manhattan noch einmal, bevor wir nach ca. 15 Minuten auf einer anderen Runway, diesmal gegen den Wind, landen.
Die Passagiere bedanken sich beim Abschied und einige kommen später am Kofferband direkt auf die Crew zu und äussern sich anerkennend dem Kapitän gegenüber.
Das Feierabend Bier bei Houlihan's ist verdient.
Allerdings keine Zigarre dazu, überall Rauchverbot - und für draussen ist es zu kalt & windig.
Unser Hotel in Newark ist direkt am Hudson River gelegen, gegenüber dem Empire State Building.
Und so nehme ich am nächsten Morgen die Fähre der NY Waterways für die Drei-Minütige Überfahrt vom Lincoln Harbour zum 38th-St. Seaport.
Ich schaue wehmütig auf die Südpitze und vermisse die mächtigen Türme - Juli 2001 habe ich sie das letzte Mal von hier aus gesehen.
Direkt neben dem 38th. St. Seaport liegt auch der ehemalige Carrier „USS Intrepid" als Museumsschiff.
Ich fahre mit dem Bus nach Midtown und steige am Bryant Park, hinter der NY Library aus.
Es ist immer noch windig und frisch. Im Park laufen bereits Schlittschuhläufer ihre Runden.
Als ich um die Library herum an die Fifth Avenue komme, begrüsst mich eine Haushohe Lufthansa Werbung direkt gegenüber. Da kann man stolz sein, denn in der Tat „ There's no better way to fly !"
Ich spaziere zu J-R, rauche dort eine Panatela, alles angenehm ruhig um diese frühe Zeit.
Mit einigen der Verkäufer kann ich Spanisch reden - damit kommt man in den USA überall an und durch.
Die schöne, alte Wall Street Filiale wird nie wieder kommen - Schade.
Ich suche ein paar Joya de Nicaragua Antaño Perfectos für Turner & Rheinhessenraucher aus.
Da ich gerade eben noch einen mailaustausch wegen der La Gloria Cubana R7 in Anspielung auf das Ringmass der Siglo „irgendetwas-zwischen-VII-n'halb-und-XVI" hatte, besorge ich mir auch diesen „Kieferbrecher" ( Jawbreaker ).
Bevor ich das Boot der NY Waterways wieder zurück nach Hoboken nehme, hole ich mir noch etwas Literatur und geniesse die Vormittagsruhe der Grossstadt. An der USS "Intrepid" entlang laufe ich zur Fähre - eine ausrangierte Concorde der British Airways ist hinter dem Carrier zu sehen.
Auf der anderen Seite esse ich dann ein Sandwich auf einer Parkbank am Hudson River mit Blick von Midtown bis zur Südspitze Manhattans. Danach eine Panatela in der Sonne, eine kurze Siesta und Abends geht's zurück in neblige FRA.
Der Winter nähert sich - mit Verspätung und CAT-III Landung.
Aber ein Sonnenstrahl : Don Alejandro wartet bei Urs am „Portmannsee" !!
Copyright 10-2006 © Ninos Flying Cigar
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