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Am
01 April 2005 feiert die Lufthansa ihr 50-tes Jubiläum seit Wiederaufnahme
des Flugbetriebes in 1955.
Von
diesen 50 Jahren sind wir ( sowohl meine Frau wie auch ich ) genau 30
Jahre mit dabei. Ein gutes Datum, um bei Gelegenheit einen Bericht über
erwähnenswerte Geschichten und Erlebnisse dieser 30 Jahre Fliegerei zu
schreiben.
Aber
wir sind ja noch am erleben.
Und so fliegen wir beide am 02 April nach CAN, ein Neuanflug für uns beide,
denn wir fliegen diese Stadt erst seit wenigen Tagen an.
CAN
ist der „Drei-Letter-Code“ für Kanton oder Guangzhou, wie die Stadt auf
chinesisch heisst .
Sie
liegt am Delta des Perlenflusses, nördlich von Macao und etwa zwei Autostunden
von Hong Kong entfernt.
Bekannt
ist Kanton für die Handelsmesse, die dort Mitte April stattfindet und
für all die Industrie, besonders Kleidung und Lederwaren, die dort und
im benachbarten Shenzen, Waren für alle Welt produziert.
Wir
freuen uns drauf, wir haben gerade sechs Wochen Teilzeit hinter uns, und
wir sind beide gerne in China.
Abends
geht es los, der Flug ist sehr gut besucht, denn von CAN fliegen wir weiter
nach Manila (MNL).
Es
ist ein A-340-600. Die Flugzeit : schnelle 11 Stunden. Allerdings haben
wir auch bis zu 160 Knoten Rückenwind, der uns auf eine Geschwindigkeit
von 605 Knoten bringt, über 1050 km/h schnell.
Wir
hoffen, auf dem Rückflug eine andere Flug Route zu bekommen, denn sonst
hätten wir diese Winde dann auf der Nase.
Während
meiner Wache ist es bereits hell. Die Flugroute führt uns über das Schwarze
Meer, über die Berge Afghanistans, Pakistan und dann über die Nordindische
Ebene. Links von uns ist der Himalaya zu sehen und mit dem Zoom kann man
auch den Mt. Everest sehen. Unglaublich.
Am
Himalaya vorbei, der Mt. Everest
Danach
geht es über Bangladesh, den Norden Myammars, einer schönen Bergregion
im früheren Burma, und in den chinesischen Luftraum.
Über
Kunming geht es dann zum Anflug auf CAN. Wir überfliegen die moderne Stadt,
den Perlenfluss, an dessen Zusammenfluss unser Hotel steht. Der ultramoderne
und brandneue Flughafen befidnet sich ca. 40 Minuten ausserhalb der Stadt.
Anflug
über Guangzhou (Kanton)
Es
ist diesig, heiss, milchige Sicht. Dabei haben wir Glück, denn es ist
auch etwas sonnig. Mein Freund Chen aus Peking wird mich später beglückwünschen,
er hat in 2 Wochen CAN kein einziges Mal die Sonne gesehen.
Im
Sommer wird es Waschküchen Ambiente haben. Schon jetzt ist die Feuchtigkeit
hoch.
Unser
Hotel ist, wie erwähnt, am Perlenfluss gelegen, und zwar auf einer kleinen
Insel, Shamian Island, die vor ca. 150 Jahren die Britische und Französische
Handelskonzession in Süd China war.
Das
Hotel
Die
Lobby Bar
So
blicken wir vom schönen White Swan Hotel auf ca. 150 alte Handelshäuser,
Hotels, Konsulate, Kirchen aus der Europäischen Zeit. Ich erblicke auch
die polnische Flagge auf Halbmast auf einem der Dächer, es ist das Polnische
Konsulat, der Heilige Vater ist am Vorabend, als wir nach CAN abflogen
gestorben, ein Kondolenzbuch liegt im Konsulat aus.
Blick
auf die alten Gebäude, links oben das Polnische Konsulat
Das
Polnische Konsulat trauert
Das
Hotel ist erstklassig, hat eine impossante Lobby und ............ eine
offizielle Casa del Habano. Klein, aber ganz niedlich. Immerhin. Da mein
Kapitän auch Zigarrenraucher ist, stellen wir uns auf ein Foto davor.
Die
Lobby des White Swan Hotels
Mit
Kapitän und Inge an der Casa im Hotel
Ich
hatte mir bereits zu Hause im Internet unser Crewhotel angeschaut, und
es hat mir gefallen. Viele Prominente haben hier bereits übernachtet,
von Richard Nixon zu Fidel Castro und Helmut Kohl, Bush und die Queen.
Hier ein Link zum Hotel :
http://www.whiteswanhotel.com/eng/Public/index.asp
Nach
dem Flug treffen wir uns in einem der gemütlichen Restaurants am Flussufer
zum Abendessen, einigen Bieren und einer Zigarre. In einem schönen Ambiente
sitzen wir dann lange am Fluss und freuen uns über die Lichter in Tausend
Farben die sich im Fluss reflektieren. Alle 5 Minuten passieren
Flussdampfer, ebenfalls wunderschön beleuchtet. Es ist entspannt, relaxed,
einfach faul. Das werden wir noch öfter feststellen.
Mit
Inge am Perlenfluss
Bunte
Ausflugsboote
Im
Gegensatz zum hektischen und stressigen Großstadtambiente Pekings oder
Shanghais, ist Kanton bemerkenswert ruhig, etwas verstaubt sogar, altmodisch.
Man kann, besonders auf Shamian Island, seine Ruhe geniessen.
Auf
Shamian Island
Ehemals
Deutsches Konsulat
Auf
Shamian Island
Ehemals
Britische Kirche
Auf
Shamian Island
Auf
Shamian Island
Die
Leute sind sehr freundlich, neugierig, kommen auf einen zu, grüssen. Nicht
viele sprechen englisch, nicht einmal in den Restaurants oder Läden,
bei vielen merkt man, dass sie nicht viele Ausländer gesehen haben. Selbst
die Soldaten sind freundlich, interessiert und lassen sich bereitwillig
mit der „Langnase“ fotografieren.
Freundliche
Soldaten
Am
nächsten Tag laufen Inge und ich durch die Stadt. Wir gehen über die alte
englische Brücke von 1856 und über die neue Stadtautobahn und sind in
einem der Märkte.
Auf
Shamian Island
Aber was für ein Markt ! Hier gibt es alles
was der Liebhaber von exotischen – und einigen (zumindest bei uns ) verbotenen
Tieren – sucht.
Käfighaltung

Käfighaltung
Wir
entdecken Seepferdchen, Seesterne, Schlangen, sowohl frische als auch
gerade enthäutete, sowie deren Haut, Frösche, Kröten, Skorpione die mit
Stäbchen ausgesucht werden,Seidenraupen, Wasserkäfer, Schildkröten. Da
sind Hühner, Hasen oder Enten normal. Auch Hunde und Katzen.
Vorspeise
und Hauptgang
Ohne
Worte
Nicht
normal jedoch ist die Auslage von 2 böse schauenden Männern. Auf einer
Decke liegen Knochen, Hörner ( darunter von einem Nashorn ) und, besonders
angeeckelt, erblicke ich die abgerissene Tatze eines Tigers. Das gestreifte
Fell ist oberhalb der Krallen noch sichtbar.
Der
Verkäufer ist sauer
Verbotenes
Angebot inkl. Nashorn
Tigertatze
im Angebot
Der
Verkäufer merkt, dass ich Fotos mache und wird besonders böse, steht auf
und kommt auf mich zu. Wir gehen weiter, begleitet von seinem Fluchen.
Etwas
weiter kauft eine junge Frau gerade etwa 20 kleine Schlangen. Die Verkäuferin
enthäutet diese mit einem geübten Schnitt und wirft die Schlangen in eine
Schüssel. Die enthäuteten Schlangen winden sich, kein schöner Anblick.
Ebensowenig wie nebenan, wo Frösche ebenfalls gerade enthäutet werden.
Auch die springen noch, obwohl nackt, in der Schüssel herum und zucken
weiter.
Schlangenhäute
Schlangen
enthäutet
Die
Strasse herunter gibt es sämtliche Fische der Welt, Aquarien und Zubehör,
dann kommen Hundeverkäufer.
Alles
wird gegessen .......
.....
auch Kröten werden geschluckt
Ein Laden bietet Flaschen mit Wein und den
exotischten Ingredienzen wie Schlangen Penis, Viper, Wein von schwarzen
Ameisen, es ist einfach gruselig und unglaublich was Menschen wohl zu
sich nehmen können, wenn sie nur glauben dass es potent genug macht.
Ohne
Worte
Ohne
Worte
Wir
laufen dann in die Fussgänger Zone, es wird „normaler“. Bekleidungsläden,
Elektronik, dann Werkstätten, Lampengeschäfte, jede Strasse ist irgendeinem
Artikel gewidmet und so bieten Hunderte Läden das gleiche an.
Oben
winkt die Partei, unten das Geschäft
Guangzhou
Wir
kommen nach knapp 2 Stunden in die grosse Fussgänger Zone der Beijing
Lu. In der Strasse ist unter Glas noch ein Überrest der Stadt aus der
Frühgeschichte zu sehen.
Wir
besuchen ein grosses Shopping Center, das Teem Plaza, es ist kühl, ultramodern
und könnte überall in Asien stehen.
Mit
dem Taxi geht eszurück nach Shamian Island, im Pasar Restaurant am Fluss
essen wir schön und gut. Danach einen Kaffee, wir werden sogar gefragt
welche Bohnensorte wir möchten, Blue Mountain, man merkt die Nähe zu Viet
Nam.
Eine
Upmann Majestic dazu, schöner, fauler Nachmittag.
Abends
sitzen wir wieder am Fluss, trinken ein paar Biere und geniessen wieder
die Sicht auf die Lichter und die Schiffe.
Der
Shuttle nach Manila und zurück nach CAN zieht sich etwas in die Länge,
obwohl die Flugzeit nur 1h45 beträgt, sind wir fast 9 Stunden für diese
2 Legs unterwegs, denn in MNL wird unser Flugzeug gereinigt und neu beladen.
Das
gibt mir Zeit, in den Duty Free zu gehen. Ich kaufe mir die neue Cigar
Aficionado. Im „Tinder Box“, einem Zigarrengeschäft hole ich mir Don Juan
Urquijo Robustos und La Flor de la Isabela Torpedos.
Dabei
fällt mir ein Ziplock-Beutel mit 3 Cohiba EL’s ins Auge. Ich öffne den
Beutel, es sind 3 Cohiba Torpedos EL 2001. Ich frage nach, es seien „
Auslaufexemplare“ einer Kiste, verkauft werden sie zu 64 US$ das Stück.
Cohiba
EL 2001 Angebot in Manila
Hmm
.............. wie blöd muss man sein, um in Asien ( oder woanders ) Cohibas
lose aus dem Beutel zu kaufen ??
Aber
jeden Tag kommt ein Dummer auf die Welt ......... oder nach Asien.
Am
Abflugtag fahren Inge und ich zu einem riesigen Markt, Kanton ist „the
leather and fashion capital of the world“ steht da.
Tatsächlich,
es ist ein riesiges Angebot vorhanden. Im Wholesale Market geht es aber
nicht unter einer Minimum Abnahme von 30 Taschen, sehr zum leiden von
Inge. Aber nebenan sind auch normale Geschäfte. Es wird alles angeboten,
auch wir finden interessante Sachen.
Wir
fahren zurück zum Hotel und laufen noch etwas über die Insel. Da sich
neben unserem Hotel das US Konsulat befindet, sehen wir dutzende
von amerikanischen Ehepaaren mit adoptierten Kindern hier. Unser Hotel
gibt sogar Sonderkonditionen an Adoptierende. Nebenan im Konsulat werden
die Formalitäten erledigt. Es werden vornehmlich Mädchen adoptiert, sehr
wenige Jungen und wenn, dann meist mit Behinderungen (wie Hasenscharte
oder Albino). Mädchen gelten nicht viel in China, daher werden sie gerne
weg gegeben.
Unter
so vielen Paaren mit Kinderwagen oder Babyrucksack kommen wir uns ohne
Kind fast schon nackt vor.
Viele
Läden haben sich auch auf diese Klientel spezialisiert und bieten Babynahrung,
Reinigung, Babyfriseur und das eingravieren von Portraits in Marmor nach
Fotovorlagen.
Ein
paar Stunden Schlaf vor dem Wecken um 20h20 Ortszeit, 14h20 in FRA.
Es
wird eine lange Arbeitsschicht werden.
Die
Flugzeit für den Rückflug : 13h20 Std. Wir fliegen die gleiche Route wieder
zurück, da wir nicht über Russland fliegen können, was schneller gewesen
wäre.
Nach
3h30, über Bangladesh, nördlich von Dhaka, fliegen wir lange paralell
zu einem Monstergewitter das sich ca. 200 bis 250 km lang zieht. Das Gewitter
ist ca. 70 meilen rechts von uns und wir beobachten fasziniert die gewaltigen
Blitze die durch und zwischen den hohen Wolkentürmen springen.
Eine
gewaltige Energie, die sich hier entlädt. Ein beindruckendes Naturschauspiel
wenn man es aus dieser sicherer Distanz beobachten kann. Wir sind sehr
froh, nicht näher dran zu sein oder es gar überfliegen zu müssen.
Ich
habe 3h35 Wache und anschliessen die gleiche Zeit Pause. Der Flug zieht
sich.
Um
07h05, 10 Minuten vor der planmässigen Zeit landen wir in FRA.
Abends
sitzen Inge und ich bei einem Schnitzel mit Salat und einer Flasche spanischem
Rotwein und lassen den Umlauf nochmal an uns vorbei ziehen.
Es
ist eine interessante Stadt und ein angenehmes, entspanntes Layover.
Es wird bestimmt nicht unser letzter Besuch am Perlenfluss sein.
Copyright
04-2005 © Ninos Flying Cigar
Weitere Fotos zu diesem Bericht
:
Auf
Shamian Island
Auf
Shamian Island
Modern
und Alt in Guangzhou
Ohne
Worte
Ohne
Worte
Strassenangebot
Skorpion
Auswahl
Cat
& Fish
Frösche
Aquarium
Verkaufen
macht müde
Schlangen
Angebot im Restaurant
Im
Restaurant : Haifischflossen
Strassenbild
im Markt
Alt
und Neu
Mit
den Händlern
Zigarrenangebot
auf Shamian Island
Copyright
04-2005 © Ninos Flying Cigar
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