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Ich
freue mich bereits so sehr auf die leckere Guacamole in Mexico City, dass
ich den Kapitän der B-747, die eine Stunde vor uns ebenfalls nach MEX
fliegt bitte, für unsere Crew einen Tisch in der Cantina Karisma zu reservieren.
Heute
haben wir 2 Flüge nach MEX, beides B-747, im Abstand von einer Stunde.
Zwei
unserer B-747-400 in MEX.
Dort
werden wir uns in etwa 14-15 Std., nach dem Flug, treffen um noch eine
Guacamole oder Camarones al Ajillo zu essen, ein paar Coronas zu trinken,
eine Zigarre zu rauchen und den Feierabend nach 11h30 Flugzeit zu geniessen.
Der
Weg zur Guacamole ist lang. Die Zeit vergeht zäh, denn wir sind nur halb
voll. Zwar angenehm für meine Crew, aber man steht auch etwas verloren
da. Man hat zuviel Zeit. Schottland, Island, Grönland, der Nordatlantik,
der St. Lorenz Strom, die Grossen Seen ziehen an uns vorbei, ebenso die
Weite des Heartlands, der Missisippi, New Orleans, der Golf von Mexiko,
Tampico.
Über
dem Missisippi.
Dann
beginnen wir den Anflug, Gewitter kurz vor der Stadt, Blitzschlag,
hinten rechts knallt es heftig, es blitzt blau auf, kurze Ansage zur Beruhigung
gemacht. Alles ist OK.
Anflug
auf Mexico City mit dem Parque Chapultepec, das Schloss und Polanco unter
uns.
Im
Final auf MEX, Runway in Sight.
Das
Bier ist verdient !!
Um
1900 Uhr local Time ( 0200 Uhr morgens FRA Zeit ) landen wir auf dem völlig
unterdimensionierten MEX Flughafen. Alles ist übervoll, die Wege lang,
durch Baustellen und Parkhaus, an Menschenmassen vorbei gelangen wir,
Manolito folgend, zu unserem Crewbus. Mehr zu Manolito am Ende des Berichtes.
Ich
freue mich auf die 2 Tage im sonnigen Mexiko Stadt. Unser Hotel ist das
japanische Nikko im Stadtteil Polanco, dem feinen Stadtviertel abseits
des Zentrums dieser Stadt die mit ihren 15 bis 20 Millionen Einwohnern
ein Moloch darstellt dessen wahre Ausmaße eigentlich nur aus der Luft
zu erkennen sind.
Ich
freue mich auf das Corona Bier, auf die cremige, fettig-süsse Guacamole
(Avocado Dip) zu den Nachos. In der Cantina haben wir immer einen Tisch.
Auch an diesem Samstag, auch wenn sich vor der Tür eine Schlange bildet
von Gästen die hereinwollen.
Corona,
Guacamole,
Modelo und Margarita.
Auch
wenn ja bereits Teile der anderen Crew an einem Tisch ebenfalls den Flug
hinter sich lassen. Dazu gesellen sich Air France, Iberia und US Crews
plus die lokale Schickeria.
Der
Wirt ist extrem freundlich zu den Crews, nach dem Essen wird die Tequila
Flasche auf den Tisch gestellt, die Kellner binden den „Neuen“ Servietten
um den Hals und man trinkt Tequila „rapide“ – wie ich es nenne. Viel Tequila,
wenig Sprite in ein Glas, mit einem Tuch zuhalten, ein paar Mal fest auf
den Tisch klopfen, trinken.
So
geht der Tequila schneller in die Blutbahn................
Wegen
der Höhe der Stadt ( 7.300 Fuss oder 2.600 Metern ) empfiehlt es sich
präventiv eine Aspirin gegen die Höhen-Kopfschmerzen zu nehmen. Wenn man
die Cantina besucht können es ruhig auch 2 Aspirin sein......
Wegen
der 7 Std. Zeitunterschied, wache ich um 0400 Uhr früh auf. Zeit der Muße
um zu lesen, TV zu schauen – bei fast 50 Kanäle, inklusive DW ein Luxus
– oder etwas zu arbeiten. Ich döse noch etwas, bevor ich gegen 0900 dann
in einem der schönen Cafes an der Hauspstrasse Presidente Masaryk das
Frühstuck in der Sonne einnehme. Im Cafe Snob, in einem schönen Innenhof
gelegen kehre ich ein.
Cafe
con Leche, frischen Saft und die typischen Huevos Rancheros – Spiegeleier
in einer Tomatensauce auf Tortilla mit Bohnenpaste - helfen gegen den
Hunger, denn es ist 1600 Uhr im Körper.
Huevos
Rancheros.
Der
Kopf ist wieder frei, und eine Zigarre passt sehr gut zu diese gemütliche
Stimmung.
Ich
besuche daher die Casa del Habano in Polanco an der Presidente Masaryk
und mache dann noch einen schönen Spaziergang an den alten Stadpaläste
und Villen vorbei, durch Strassen mit schönen Namen wie Alejandro Dumas,
Julio Verne, Moliere, Aristoteles oder Arquimedes zum Palacio de Hierro
Shopping Center, wo sich La Casa del Fumador befindet.
La
Casa del Habano, Pres. Masaryk, Polanco
La
Casa
del Fumador, Palacio de Hierro, Polanco.
Dort
hole ich mir 3 Te-Amos der Aniversario Reihe, Vintage 1999, eine Robusto,
eine Torpedo und eine Piramide.
Schöner
Patio in Polanco.
Alte
Villen in Polanco
Für
den Tag bietet sich vieles an : Die berühmten Kunst- und Geschichts
Museen, die Zona Rosa mit dem Silbermarkt.
Der
Zocalo, der riesige Platz mit der Kathedrale und der noch riesigeren Nationalflagge.
Die
Kathedrale. Foto:
SFO L. Bezak
Der
Wachwechsel vor dem Palacio Nacional, täglich 17:50 Uhr, den man sich
am besten beim Sundowner und einer Zigarre auf dem Dachrestaurant des
Hotel Majestic direkt am Zocalo ansieht.
Am
Wochenende kann man sich den Mercado Artesanal San Angel ansehen, einen
Künstlermarkt auf der Plaza San Jacinto, Colonia San Angel.
Oder
Tagesausflüge, zu den Pyramiden von Tula und Teotihuacan, zu den schwimmenden
Gärten von Xochimilco. Dazu in die Silberstadt Tasco, nach Puebla, nach
Cuernavaca mit dem fantastischen Hotel Las Mananitas und den alten Kirchen
aus spanischer Zeit.
Ich
entscheide mich für die faule Variante. Da es Sonntag ist, ist die Innenstadt
ruhig, also fahre ich zum Antiquitäten Flohmarkt Plaza del Angel in der
Zona Rosa, gegenüber dem Silbermarkt auf der Calle Londres.
Dort
spaziere ich eine Stunde herum, bewundere an einem Stand die schönen Tubos
für eine Zigarre aus Silber mit Einlegearbeiten aus Amethist und Lapislazuli,
luxuriöse und einzigartige Stücke für ca. 170 EUR.
Dann
gehe ich in eines meiner Lieblingscafes, das Casa de los Azulejos, ein
überdachter Innenhof, der Kette Sanborns in einem Hotel der Zona Rosa.
zu einem Cafe und einer Zigarre.
Im
Cafe de los Azulejos in der Zona Rosa.
Zurück
ins Hotel, etwas Siesta am Pool, aber im Schatten und gut eingecremt,
denn die Höhe brennt Löcher in die Haut.
Vorher
habe ich noch einen Tisch für dasAbendessen im Rincon Argentino reservieren
lassen.
Von
unserer Jumbo Crew kommen 10. Ein Spaziergang von 10 Minuten bringt uns
zum Restaurant.
Gross,
sehr rustikal, die Decke als Himmel gemalt, uriges aber trotzdem gediegenes
Ambiente.
Restaurante
El Rincon Argentino, Polanco, Mexico City.
Sehr
gut besucht von Geschäftsleuten, und am Wochenende von Einheimischen mit
Familie.
Ein
Restaurant , das seine eigenen Zigarrenaschenbecher hat und dem Aficionado
mit Zigarre hinstellt, kann nur gut sein. Das Angebot an Zigarren im Restaurant
ist auch sehr elegant, siehe Foto Zigarrenschrankschrank.
Zigarrenangebot
im Rincon Argentino.
Es
ist seit Jahren mein Favorit in Mexiko Stadt. Und es hat das beste Fleisch
nördlich von Buenos Aires, das wie Butter im Mund schmilzt, eine unerreichte
Qualität. Wie in Buenos Aires.
Bife
de Lomo, Rincon Argentino.
Zum
Filete de Lomo brauche nichts zu sagen, die Fotos sprechen für sich. Dazu
Provencal Kartoffeln, Spinatcreme und ein Chilenischer Roter von Undurraga.
Davor ein Salat von Palmitos mit Avocados und Zwiebeln.
Bife
de Lomo
Der
Abschluss : Cafe solo, Torres Brandy 10 Jahre und eine Maria Mancini Torpedo.
Maria
Mancini in Mexico City
Wie
in Spanien üblich : Cafe, Copa y Puro.........
Living
Well is the Best Revenge……………
Zum
Absacker kehren wir noch in die Cantina ein, man trifft dann die gerade
neu eingetroffene Crew.
Am
nächsten Tag schläft man besser und länger.
Zum
Frühstück geht es dann um 0930 Uhr ins Comedor de los Asombros (Esszimmer
des Erstaunlichen), im Buchladen El Pendulo, einer alten Villa an der
Alejandro Dumas, wo ich sehr angenehm und hervorragend an der Terrasse
frühstücke und mir danach eine Zigarre gönne.
In
Polanco. Frühstück im Buchladen.
Livin'
well ...... after Breakfast
Für
die Kommunikation mit daheim bietet sich die Internet Cafeteria Smart
nebenan.
Dann
etwas einkaufen für meine Frau, das Angebot an Obst, Gemüse, Blumen etc.,
ist riesig, alles frisch natürlich.
Ich
nehme wunderschöne Artischocken mit, meine Frau kocht sie mit 2 verschieden
Saucen.
Dazu
schwarze Avocados für einen Salat, göttliche Mangos und frische Limetten,
mit denen meine Frau einen feinen Nachtisch zaubern wird.
Für
andere Kochzwecke lasse ich mir noch schön scharfe Chilis einpacken. Mexiko
hat die schärfsten Chilis der Welt, meine Frau lässt sie trocknen und
benutzt diese – und Thailändische Chilis – zum kochen.
An
einem der vielen Schuhputzstände lasse ich meine Schuhe auf Hochglanz
bringen, und unterhalte mich mit dem netten Senor, der mich kennt über
die Weltlage, das Spiel von Real Madrid gegen Barcelona vom Vortag und
die korrupten Politiker.
Ein
Polizist gesellt sich dazu, der sein Zugeld damit verdient, dass er Autos
beim parken behilflich ist, und diese dann auch bewacht, alles angenehm
im Schatten und mit dem Schuhputzer und seinen Kunden als zusätzliche
Unterhaltung.
Es
ist angenehm ruhig hier in Polanco.
Ein
paar Stunden am Pool, ein Foto vor der riesigen Nationalflagge im Parque
Chapultepec wo das Schloss von Kaiser Maximilian mit dem Geschichtsmuseum
ist.
Smokin'
by the Pool ......
Kurz
vor 19 Uhr dann der Pick Up zum Flughafen. Es regnet, donnert und blitzt.
Im Talkessel von Mexiko Stadt bilden sich abends gerne heftige Gewitter.
Die
ganze Crew hat etwas Geld für Manolito gesammelt, eine symphatische, inoffizielle
Institution am chaotischen Flughafen, der alle Crews empfängt, durch das
Terminal zum Crewbus führt und darauf achtet dass niemand sich verirrt.
Er
hat einen komplizierten Armbruch erlitten, wartet aber dennoch treu auf
uns und wir trotten hinter seiner, vor lauter Pins kaum sichtbaren Weste,
zum Check-In.
Manolito
mit seinen Fans.
Wir
starten zum Heimflug, 10 Std. Flug über die gleiche Route liegen vor uns.
Die starken Jetstreams sorgen für unseren – im Vergleich zum Hinflug fast
ganze 1:30 Std. – schnelleren Flug.
Aber
zuerst müssen wir durch die Gewitterfront. Wir sind schwer, Mexiko liegt
hoch, es ist heiss, alles Faktoren die unsere Steigleistung beinflußen.
30 Minuten lang werden wir von Blitzen und stärkerer Turbulenz auf unserem
Steigflug Richtung Golf von Mexiko begleitet.
Erneut
ein Blitzschlag, alles hell, bläuliches Licht verbreitet sich in der Kabine.
Ich
mache die Kabinenbeleuchtung voll an, damit unsere Gäste die „Partybeleuchtung“
draußen weniger stark wahrnehmen. Eine Ansage von mir, danach noch eine
vom Kapitän beruhigen dann diejenigen die ängstlich waren.
Ansonsten
ein ruhiger, normaler Flug.
Über
dem Ruhrgebiet beginnen wir unseren Anflug auf FRA, fliegen über den Rhein
und der Mainzer Innenstadt hinaus bis Ingelheim, in einer Linkskurve geht
es zurück, rechts erblicke ich meine Kleinstadt in Rheinhessen in der
Sonne, um 15:20 landen wir dann.
Jetzt
5 Tage frei, dann noch kurz nach Dubai, eine gute Zigarre mit einem guten
Bekannten dem ich etwas Riesling mitnehme.
Dann
habe ich erneut MEX in meinem Einsatzplan, ich glaube dass ich bereits
weiss was mich dort erwartet........................
Copyright
04-2004 © Ninos Flying Cigar
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